Lebenslauf und Kurzbiographie von Prof. Jack Masquelier

Professor Jack Arthur Masquelier (1922-2009)
Der legendäre und liebenswürdige Wissenschaftler Jack Masquelier, einer der großen Pioniere auf dem Gebiet der Phytochemie, verstarb am 24. Februar 2009. Er wurde 86 Jahre alt. Prof. Dr. Masquelier erfuhr einen sanften Tod im Beisein seiner geliebten Frau, Kinder und Enkelkinder. Er wurde am 28. Februar 2009 beigesetzt.

Die Entdeckungen von Prof. Dr. Jack Masquelier haben die menschliche Gesundheit auf der ganzen Welt in hohem Maße beeinflusst. Und sie alle sind im heutigen Zeitalter von großer Bedeutung, angesichts einer gestiegenen Lebenserwartung und der gleichzeitig gestiegenen Anzahl an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen Degenerationskrankheiten. Seine Produkte sind immer wichtiger geworden in einer Welt, die sich seit deren Entdeckung grundlegend verändert hat.


Prof. Jack Masquelier
Ein der Wissenschaft der OPCs gewidmetes Leben



Dr. Jack Arthur Masquelier, Professor Emeritus der Universität von Bordeaux, Frankreich, ist einer der frühen Pioniere, der maßgeblich dazu beigetragen hat, Licht in die Geheimnisse der Struktur, Chemie, Nomenklatur, Erkennung, Isolierung und Anwendungen des komplexen Phytonutrients zu bringen, das heutzutage als oligomere Proanthocyanidine (OPCs) bezeichnet wird. 1948 erfand und beschrieb dieser brillante Wissenschaftler in seiner Doktorarbeit eine praktikables Verfahren zur Isolierung OPCs aus Pflanzenstoffen – in einer Qualität und Zusammensetzung, dass diese für therapeutische und ernährungsspezifische Zwecke verwendet werden konnten.

Als Erfinder unzähliger Patente in Europa und Amerika hat Jack Masquelier die wissenschaftlichen Grundlagen für 2 französische Vaskulärarzneimittel sowie für die Nutzung ihrer Wirkprinzipien als Nahrungsmittelergänzungen geschaffen. 1985 entdeckte Masquelier die intensive Wirkung der OPCs als Fänger freier Radikale. 1993 schrieb er: „Die Notwendigkeit für eine vertrauenswürdiges biologisches Antioxians ist nun bewiesen. Unter den vielen vorgeschlagenen Kandidaten, die diese Rolle einnehmen können, müssen wir der unschädlichsten Substanz den Vorrang geben, da der Schutz vor sauerstofffreien Radikale aller Wahrscheinlichkeit nur durch eine langfristige, ja sogar dauerhafte Einnahme des Radikal fangenden Gegenmittels zu erreichen ist. OPC erfüllt diese Bedingung. Es wird bereits seit 40 Jahren therapeutisch eingesetzt und hat noch nie direkte oder sekundäre Wirkungen toxischer Natur gezeigt. Persönlich überrascht mich dies wenig, da es in den verschiedenen Nahrungsmitteln vorkommt, die Menschen bereits seit jeher verzehrt haben.“
Dr. Masquelier wurde 1922 in Paris geboren und erhielt 1945 sein Diplom in Pharmazeutik. Seinen Doktortitel erhielt er 1948. Von 1941 bis 1984 arbeitete er an der „Faculté de Médecine et de Pharmacie“ der Universität von Bordeaux, Frankreich. Von 1963 bis 1974 war Dr. Masquelier als Professor in Phytochemie an der Universität von Laval im kanadischen Quebec tätig. Dort bemerkte er auch, wie die Natur die farblosen OPCs in die leuchtenden und überwältigenden Rottöne des Indian Summers verwandelte.

Während seiner illusteren Karriere erhielt er die Titel Doctor Honoris Causa der Universität von Quebec (1974) und Doctor Honoris Causa der Universität von Portugal (1996). 1998 verlieh im der portugiesische Gesundheitsminister, Maria de Belèm Rosaira, die Goldmedaille für seine hervorragenden Leistung auf dem Gebiet der öffentlichen Gesundheit. Noch nie zuvor war diese Medaille einem Ausländer verliehen worden.

Dr. Masquelier erhielt seinen „Professorentitel“ für den Stuhl der „Matière Médicale“ 1956; 1957 wurde er Vizedekan der „Faculté de Médecine et de Pharmacie“. 1970 wurde er zum Dekan der „Faculté de Pharmacie“ ernannt. Dr. Masquelier war Rektor der französischen „Union Nationale des Oenologues“. Von 1960 bis 1984 arbeitete er als „Chargé de Coeurs“ am Institut für Önologie. Als wissenschaftlicher und praktizierender „Wein-Connaisseur“ war Masquelier der Erste, der das französische Paradox dem OPCs-Gehalt im Rotwein zuschrieb.

Er war ein Gründungsmitglied der Plant Phenolics Group in Oxford, Großbritannien sowie der „Groupe Polyphénol“ in Frankreich. In der Welt der Bioflavonoide und anderer Polyphenole hat Masquelier nie aufgehört, für das, was bereits 1979 von ihm und seinen Mitarbeitern als die „biochemische Autonomie“ der OPCs bezeichnet wurde, zu kämpfen.

Jack Masquelier ist ein Allrounder, der selbst an profaner und sich wiederholender Laborarbeit Vergnügen fand. Dadurch wurde er von 1952 bis 1956 zum „Chef de Laboratoire“ des Krankenhauses Saint-André. Aber vor allem liebte er es, seine Studenten in Phytochemie zu unterrichten und seine Mitarbeiter an der Fakultät zu inspirieren und zu überwachen. Dadurch wurde er zum offiziellen Fachmann auf dem Gebiet der Medizinanalyse für das französische Gesundheitsministerium. Zudem wurde er dadurch zu einem Berater, der in der Lage war, stets hilfreiche und einfache Antworten zu liefern.

Die 40jährige akademische Karriere von Prof. Dr. Jack Masquelier sowie ein erfülltes Leben im Dienst der Forschung und der Arbeit für „seine“ OPCs haben die komplette Evolution der Ernährungswissenschaften von ihre Anfängen bis zu dem, was sie heute ist, begleitet. 2003 sagte Dr. Masquelier in Bezug auf seine Karriere: „Mein ganzes Leben lang habe ich gearbeitet, mich in der Forschung engagiert, gesucht, Fehler gemacht, falsche Wege verlassen, nach neuen gesucht, hatte meine Zweifel ... Ich habe mein Leben der Forschung gewidmet, weil ich neugierig war und weil es mein Beruf war. Ich habe meine Arbeit mit Sorgfalt und Leidenschaft verrichtet – jedoch nicht unbedingt mit dem abstrakten Ziel, die ‚Menschheit zu retten’ oder einem ähnlich noblen Ziel.“ Und so bleiben die Erfindungen und die Forschungsarbeiten von Masquelier zeitlos in ihrer Geradlinigkeit und Klarheit. Folglich haben die OPCs in einer Welt, die sich seit ihrer ersten Isolierung durch Jack Masquelier fundamental verändert hat, nur an Relevanz gewonnen.